Das heterosexuelle Paar:
Liebes Paar !
Sie wünschen sich ein Kind - doch Ihr Wunsch ist bislang nicht in Erfüllung gegangen. Bei diesem sehr persönlichen Anliegen tauchen viele Fragen, Zweifel und Ängste auf.
Mit den folgenden Informationen wollen wir Ihnen helfen, bereits in der Umgebung Ihres Zuhauses Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der ungewollten Kinderlosigkeit besser zu verstehen.
Dank vieler neuer Behandlungsmethoden kann heute auch Paaren geholfen werden, für die noch vor wenigen Jahren keine Chance für ein eigenes Kind bestand. Gegenseitiges Vertrauen in der Partnerschaft und zu Ihren Ärzten ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.
Doch liegt nicht immer eine Erkrankung vor, wenn sich der ersehnte Kinderwunsch nicht erfüllt. Sogenannte Lifestyle Faktoren wie z. B. Stress, Übergewicht, übermäßiger Alkohol- und Kaffeekonsum sowie Rauchen, haben einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.
Mögliche Ursachen beim Mann:
Störungen der Samenzellreifung:
Die unzureichende Produktion normaler, gut beweglicher Samenzellen (Spermien) ist die häufigste Störung der männlichen Fruchtbarkeit. Die Qualität männlichen Samens ist normal, wenn die Zahl der Spermien über 20 Millionen pro Milliliter Samenflüssigkeit liegt. Davon sollten mindestens 15 Prozent normal geformt und 25 Prozent gut beweglich sein. Werden diese Werte nicht erreicht, ist die Zeugungsfähigkeit des Mannes eingeschränkt.
Allerdings kann auch bei normalem Spermienbefund eine funktionelle Störung das Eindringen der Samenzelle in die Eizelle verhindern.
Ursachen für eine Störung der Spermienreifung können Krampfadern am Hoden (Varikozele), eine frühere Mumps-Infektion, Hormonstörungen, Stress, Umweltbelastungen, ein Hodenhochstand, operierte Tumore oder angeborene Ursachen, wie z. B. eine Schädigung der Erbanlagen (Chromosomenanomalie) sein.
Auch eine akute Entzündung kann die Qualität des Spermas vorübergehend einschränken.
Störungen des Spermientransports:
In einigen Fällen werden zwar ausreichend Samen gebildet, sie können aber, weil die Samenleiter blockiert sind, bei dem Samenerguss nicht in den Körper der Frau gelangen. Ursachen können eine vorausgegangene Sterilisation oder Störungen der Nebenhodengänge sein, z. B. als Folge von Entzündungen oder Fehlbildungen.
Mögliche Ursachen bei der Frau:
Störung der Eizellreifung:
Hormonelle Fehlfunktionen können zu Störungen der Eizellreifung, zum Ausbleiben des Eisprungs und zu einer mangelhaften Gelbkörperbildung führen. Häufig sind erhöhte Werte an männlichen Hormonen (Androgene) verbunden mit Eierstockzysten die Ursache. Auch starkes Unter- und Übergewicht, große Gewichtsveränderungen in kurzer Zeit, extreme körperliche Belastungen, Störungen der Schilddrüsenfunktion, Tumore (extrem selten), Medikamente und Stress können das hormonelle Gleichgewicht empfindlich stören.
Eileiterbedingte Unfruchtbarkeit:
Bei einem Drittel aller ungewollt kinderlosen Frauen sind die Eileiter die Ursache: Sie können komplett oder teilweise verschlossen sein. Am häufigsten werden die Eileiter durch Entzündungen geschädigt. Auch vorausgegangene Eileiterschwangerschaften, Verwachsungen nach einer Operation oder spontane Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose) können Ursache sein.
Endometriose:
Endometriose ist das Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Wie es dazu kommt ist noch nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich gelangen während der Menstruation kleinste Mengen an Gebärmutterschleimhaut durch die Eileiter in die Bauchhöhle, wo sie sich ansiedeln und zu Verwachsungen führen können. Dies kann sich unter anderem durch starke Schmerzen bei der Monatsblutung bemerkbar machen.
Fehlbildungen von Eierstöcken, Eileiter oder Gebärmutter:
Diese sind sehr selten. Die Fehlbildungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Antikörper gegen Eizelle oder Spermien:
In seltenen Fällen erkennt der Körper seine eigenen Eizellen nicht. Das Immunsystem bildet Antikörper dagegen. Etwas häufiger sind Antikörper gegen die Spermien des Mannes im Gebärmutterhalssekret. Daher können keine Spermien in die Eileiter gelangen und eine Befruchtung bleibt aus.
Bei 15 bis 30 Prozent der betroffenen Paare finden sich bei beiden Partnern Gründe für die ungewollte Kinderlosigkeit. In 5 bis 10 Prozent der Fälle kann weder beim Mann noch bei der Frau eine organische Ursache für die Unfruchtbarkeit gefunden werden.
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